Rauhnächte

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Ein Gedanke zu „Rauhnächte

  1. Iwo

    Hallöchen, zu Rauhnächten mein Beitrag – gute Idee Christian – dass Du die hier einwerkelst.

    heute begrub ich unter Fallaub von Bergahornen, meinen Lieblingen, einen Liebling, eine diesjährig aufgezogene (nicht von mir) Ringeltaube – dieses große Tier voller Grazie. Das Vogelli lag inmitten eines Vorparks. Auf sie zugehen ist dieser Moment – dieses pure, dieses in die Entgültigkeit Hineinziehende. Ich grabschte die Taube sofort an, mache ich immer, zuletzt Zaunköniginnen-Kükenli 150m Luftlinie entfernt davon. Fehlende Parasiten hielten mich nicht davon ab. Sie war noch warm, wie das Kükn, gierig genoss ich meinen tagelang gehegten Wunsch, eines von Ihnen, die da gegenüber am Dach sich so anmutig putzen und schnäbeln und herumschauen oder einfach nur sind – anzu g r a b s c h e n.
    Diese wunderschön opalisierenden Hals-Schillerbänder. Ich explodierte in Tränen, als ich in ihre Augen schaute, die ich mit dem Finger aufschob. Wie sie mich wohl angeschaut hätte, versuchte ich mit den leblosen Lidern nachzustellen, denn sie machen die Vogelmimik mit, die der menschlichen IM NICHTS nachsteht. Und all mein Magazin aus ent-dummenden Weisheitssprüchen sprudelte mich aus meinem Gedächtnis an – ihre Seele nicht zu halten, ihr alles Gute zu wünschen. Sie hat sich wohl vergiftet. Mäuse gehen auch auf sichtbare Plätze, wenn sie langsam elendig verrecken. Sie hatte keine Verletzungen, sah nicht wie vom Himmel nachm Abprall herabgestürzt. Freute mich für sie, dass sie Sylvester nicht erleben wird. Vielleicht ging sie, weil sie ahnte und keinen Bock hatte. Ihr Qi war durch Gift und Angstahnung hin.
    Sie haltend und in die Nähe meines Versteckten Privatkomposthaufens im Park bringend, dachte ich an all die Toten in meinem Leben, und an mich. Und an meine wachsende Distanz zu Körpern. Obwohl ich leidenschaftlich gerne Masseurin bin. Wie geht das. Übung. Übung lässt meistern. Alles. “Du bist nicht dieser Körper.” Irgendwann werde auch ich wirklich verstehen.
    Danach machte ich fast 40min lang barfuss, ohne Jogginhose, im Sonnenschein, meine “Energie-übungen vor entsetzten Parkbesuchern” und meinte, meinen Geist und Körper durch Fließen-lassen besonders gut wieder zu connectn. Ich dachte gar nicht mehr an den auskühlenden Liebling, und dass das Zaunköniglikükn nur 20 m hinter mir irgendwo verwest. Diese dünnen Knöcherchen, während ich die meinen dicken Bolzen bei 2 Grad kräftige…aber doch nur näher an meinen Geist will. Auf Umwegen. Wie immer. Fast immer. I.S.

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